So einfach leider nicht

Peter Vonnahmes „Vorboten einer neuzeitlichen Völkerwanderung“

Ein grandioser Anfang versiegt in grundschulesker Weltanschauung und in ebensolchen Lösungsvorschlägen im Namen der Ursachenbeseitigung.

„Wir müssen lernen zu teilen“?

Wenn das doch nur die Lösung wäre. Teilen wir „Reichtum“, teilen wir den größten Anteil davon mittel- bis langfristig nur mit den oberen 10K eines armen Landes. Fließt mehr, kommt auch mehr nicht dort an, wo es soll. Wer jetzt an die Überwachung der Good Governance denkt, fühle sich bitte ausgelacht.
Man nenne mir ein Entwicklungsland, dessen Regierungspalast oder zumindest Residenz des Staatsoberhauptes einen westlichen Standard in Prunk und Fortschrittlichkeit vermissen lässt, wenn am anderen Ende der Stadt Menschen in Wellblechhütten hausen. Und daran ist nicht der böse weiße Mann schuld. Leider.

Ich wünschte, ich würde das Mittel zur Ursachenbeseitigung der gegenwärtigen komplexen Herausforderungen kennen. Aber banal reicht sicher nicht aus.

K.

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Von Schöpfungshöhe, Individualität und Zufälligkeit


Man setzt sich mit einem Thema auseinander, wenn dieses relevant wird. Relevant ist relativ.

In der Community liest man dieser Tage vermehrt von Schöpfungshöhe, daher lege ich speziell vor diesem Hintergrund meine Sicht auf #MadebyTwitter dar.

Schöpfungshöhe. Eine Messlatte im Deutschen Urheberrecht. Seit 1959. Was bedeutet dies für die aktuelle Debatte?

Tweets. Mikrobloggingbeiträge. Sie sind, was sie sind: nämlich nur maximal 140 Zeichen. Aber sie funktionieren. Und zwar GENAU SO wie sie sind. Sie bringen zum Lachen, Nachdenken und manchmal auch zum Weinen. Sie ernten Sterne und Pokale.

140 Zeichen. So wenigen Pixeln und Buchstaben eine Zufälligkeit oder einen Mangel an Individualität vorzuwerfen ist gar zu einfach. Fakt ist, MadeMD hat diese Anordnung an Buchstaben genutzt. Kopiert eben.
Alle wissen wir, wie schmal der Grat ist zwischen einem „erfolgreichen“ Tweet, der viele Personen im Geiste erreicht, und einem mittelmäßigen. Manchmal ist es nur ein Wort, das einen Tweet davor bewahrt sich zu lesen wie ein flacher Zeitungswitz und ihn stattdessen zu einem Geniestreich macht. Folgerichtig wäre MadeMD nicht in der Lage den kopierten Tweets etwas IHRER Individualität beizumischen und dennoch denselben Effekt beim Leser zu erzielen. Zum Beispiel in letzter Konsequenz Geld für ein Buch mit Tweets auszugeben.

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